Urgroßvater im Ersten Weltkrieg

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Hundert Jahre sind eine lange Zeit, und der Erste Weltkrieg ist uns eigentlich sehr fern.

Aber wir alle haben Urgroßväter. Und viele davon werden als Soldaten den Ersten Weltkrieg erlebt, erduldet und erlitten haben. Dieser Krieg hat das ganze weitere Leben vieler unserer Urgroßväter geprägt - sofern sie überlebt haben. Und über die Väter war dieser Krieg auch Teil des Lebens ihrer Kinder - unserer Großväter und Großmütter. Solange, bis der Zweite Weltkrieg kam und alles mehr und mehr in Vergessenheit geriet.

Insgesamt dienten im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite ca. 13,25 Millionen Mann. Die deutschen militärischen Gesamtverluste lagen bei ca. zwei Millionen Soldaten.

Vermutlich war mindestens einer der 13,25 Millionen deutschen Soldaten einer Ihrer Urgroßväter. Wer war er? Wo war er? Was hat er erlebt? Kam er wieder nach Hause? Forschen Sie nach!

Berichte aus dem Krieg

Für uns heute ist es oft schwer nachvollziehbar, was unsere Urgroßväter im Ersten Weltkrieg erlebt und erlitten haben. An dieser Stelle soll beispielhaft anhand von Gefechtsberichten und Feldpostbriefen sowohl die dienstliche und eher technisch-neutrale Sicht auf das Kriegsgeschehen als auch die private Verarbeitung und Berichterstattung an die Familien zuhause gezeigt werden.

Hier haben Sie Einblick in einzelne Gefechtsberichte und Tagebucheinträge:

PH 10-II/81

Westfront, 21. Sept. 1916: Gefechtsbericht des Infanterie-Regiments Nr. 56 über den Angriff und Gegenangriff um das Grabenstück 708-709 im Abschnitt „Toter Mann“

PH 10-II/95

Westfront, 17.-22. Sept. 1917: Auszug aus dem Kriegstagebuch des I. Bataillons des Infanterie-Regiments Nr. 76

PH 10-II/160

Westfront, 29. Okt. 1918: Gefechtsbericht des Infanterie-Leibregiments Nr. 117 über die Kämpfe um Englefontaine am 24. bis 26. Oktober 1918

PH 10-II/192

Westfront, 2. Juni 1918: Gefechtsbericht des I. Bataillons des Infanterie-Regiments Nr. 155 für den Zeitraum 27. bis 29. Mai 1918

PH 10-II/550

Westfront, 31. März 1918: Bericht des Infanterie-Regiments Nr. 394 zur Veröffentlichung in regionalen Zeitungen über den Übergang des Regiments über den Sommekanal bei Buny-Voyennes und über den Sturm des II. Bataillons auf Wald und Dorf Fontaine sous Montdidier am 24. und 30. März 1918

PH 12-II/119

Ostfront, 27. Februar 1915: Gefechtsbericht der II. Abteilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 2 über die Tätigkeit der 4. und 2. Batterie am 26. und 27. Februar 1915

PH 13-II/70

Ostfront, 30. Mai 1915: Bericht der I. Abteilung des Fußartillerie-Regiments Nr. 4 über den Einsatz vom 27. und 28. Mai 1915

RW 51/33

Deutsch-Ostafrika, 13. August 1916: Bericht einer Patrouille

RM 120/61

Westfront, 24. April 1916: Bericht des Kommandos der Zerstörer-Flottille Flandern

MSg 2/8821

Westfront, Oktober 1914: Abschriften der Feldpostbriefe eines Kompanieführers im Infanterie-Regiment 362 an seine Familie. Die Abschriften wurden später einem Fotoalbum beigegeben.

Familienforschung

Die Recherche nach Dokumenten zu den eigenen Urgroßvätern ist nach so langer Zeit und insbesondere aufgrund der großen Aktenverluste infolge des Zweiten Weltkrieges kein einfaches Unterfangen. Hier erhalten Sie die wesentlichen Hintergrundinformationen für Ihre eigene Familienforschung sowie Formulare für entsprechende Anfragen beim Bundesarchiv.

Die Suche nach deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg – grundlegende Informationen

Es ist wichtig, dass Sie einige Wochen vor einem Besuch im Archiv eine Anfrage schicken, damit wir Sie vorher beraten und für Sie recherchieren können. Wegen der großen kriegsbedingten Schriftgutverluste sind leider zu einzelnen Soldaten oft keine Unterlagen erhalten. Zudem können Benutzerinnen und Benutzer in der Abteilung Militärarchiv nicht eigenständig online oder im Benutzersaal nach personenbezogenen Unterlagen recherchieren. Das heißt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesarchivs müssen zunächst feststellen, ob zu den gesuchten Soldaten überhaupt Unterlagen existieren. Wenn Sie dann die Antwort mit dem Rechercheergebnis erhalten haben, können Sie einen Benutzungstermin absprechen, um die Unterlagen im Benutzersaal einzusehen, oder Sie können Kopien bestellen. Auch ist es möglich, eine Ihnen bekannte Person oder einen privaten Recherchedienst mit der Einsicht zu beauftragen. Abhängig von Umfang und Erhaltungszustand der ermittelten Unterlagen kann die Einsichtnahme im Benutzersaal auch erforderlich sein. Die persönliche Akteneinsicht im Benutzersaal ist gebührenfrei. Art und Weise der Vorlage des Archivguts liegt im Ermessen des Bundesarchivs.

Wenn Sie die Recherche zu einem deutschen Soldaten wünschen, der im Ersten Weltkrieg (oder im 19. oder frühen 20. Jahrhundert) diente, finden Sie die notwendigen Informationen und Formulare unter dem unten folgenden Link.

Sie können uns Ihre Anfrage aber auch gerne per Email, Brief oder Fax schicken:

Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv
Wiesentalstr. 10
D - 79115 Freiburg
Mail: militaerarchiv@bundesarchiv.de
Fax: 07 61 47 8 17 900

Bei telefonischen Rückfragen wenden Sie sich bitte an folgende Nummern:

+ 49 (0) 7 61 47 8 17 860 oder + 49 (0) 7 61 47 8 17 812

Adressliste von Einrichtungen mit personenbezogenen Unterlagen zu deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg

Personenbezogene Unterlagen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (bzw. zu Soldaten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert) werden von verschiedenen Archiven verwahrt. In der nachfolgenden Übersicht finden Sie dazu weitere Informationen.